Nach der perfekten EM-Qualifikation blicken die deutschen Handballer mit Zuversicht in die kommende Saison.


Bundestrainer Christian Prokop freute sich auf Rasentennis mit Roger Federer, die Spieler sehnten sich nur noch nach Urlaub: Nach einer perfekten EM-Qualifikation und einer harten Saison starteten die erfolgreichen deutschen Handballer in ihre wohlverdiente Sommerpause - und das mit einem sehr guten Gefühl.

„Man hat gesehen, dass man um die Zukunft des deutschen Handballs nicht besorgt sein muss. Wir verfügen über tolles Potenzial“, sagte Torwart Andreas Wolff nach dem deutlichen 28:17 (16:5) der zweiten DHB-Garde gegen den Kosovo in Nürnberg. Auch Prokop zeigte sich sieben Monate vor dem Auftakt der Europameisterschaft (9. bis 26. Januar 2020) in Österreich, Norwegen und Schweden „nach einer sehr schönen Qualifikation sehr zufrieden mit der Entwicklung“, zumal einige junge Spieler nachdrängen.

„Es sind einige dabei, die Druck machen und nahe dran sind. Damit bin ich zufrieden“, sagte Prokop und hob explizit Johannes Golla vom deutschen Meister Flensburg-Handewitt, Marcel Schiller (Göppingen) und Torwart Till Klimpke (Wetzlar) heraus. Es werde für „die Jungs aber dennoch schwierig“, betonte Wolff, „weil sie zum Teil Weltklasseleute vor sich haben“.

Prokop hatte zum Abschluss der EM-Qualifikation wie schon in Israel (40:25) auf viele Stars um Kapitän Uwe Gensheimer verzichtet, um eben den jungen Wilden die Chance zu geben, sich mit Blickrichtung EM und Olympia 2020 zu zeigen. Es hat sich für den Bundestrainer gelohnt. Seine Auswahl ist nun noch größer.

Auch Rückkehrer Tobias Reichmann gehört wieder zum Kreis der Nationalmannschaft, nachdem er nach seiner Nichtberücksichtigung für die WM für einigen Wirbel gesorgt hatte. Es sei wieder „alles in Ordnung“, bekräftigte Prokop am Sonntag noch einmal. Auch Reichmann wollte sich mit der Vergangenheit gar nicht mehr aufhalten: „Wir schauen nach vorne.“

Und da sieht Prokop trotz rosiger Perspektiven auch Herausforderungen in der Vorbereitung auf die EM. Bis zum Feinschliff ab 2. Januar stehe ihm mit seinem Team „leider“ nur noch eine Maßnahme im Oktober zur Verfügung. Der Bundestrainer appellierte deshalb „an die Eigenverantwortlichkeit der Spieler. Entscheidend ist die Arbeit im Verein.“

Für Prokop selbst geht es am Dienstag mit einem Trainerlehrgang an der Sportschule in Hennef weiter. Am Mittwoch ist er beim Tennisturnier in Halle zu Besuch, „dann sehe ich hoffentlich auch Roger Federer“. Am 28. Juni steht dann die Auslosung der EM-Gegner in Wien an, bevor sich Prokop im Juli in den Urlaub verabschiedet - und das mit einem „guten Gefühl“. Quelle: SID


Deutscher Handballbund
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