Kroatien gewinnt in Zug – Entscheidung vertagt
Handball, Nationalmannschaft Laenderspiel. EM-Qualifikation Die Schweizer Nationalmannschaft hat das Heimspiel gegen Kroatien vor 6'135 Zuschauern in der Zuger Bossard Arena mit 28:33 (13:17) verloren. Die Entscheidung in der EM-Qualifikation fällt damit erst am Sonntag nach dem Auswärtsspiel in Serbien. Die Schweizer Handball-Nationalmannschaft stand im zweitletzten EM-Qualifikationsspiel gegen das Weltklasseteam aus Kroatien auf verlorenem Posten und verlor das Heimspiel mit 28:33 (13:17). Damit muss die Schweiz, um die EM-Qualifikation zu sichern, am kommenden Sonntag in Novi Sad (Serbien) einen Punkt holen oder mit weniger als fünf Toren Differenz verlieren. Überragender Einzelspieler in Zug war der Schweizer Ausnahmekönner Andy Schmid mit 15 Toren und zahlreichen Assists. In der erneut sehr stimmungsvollen Atmosphäre in der Zuger Bossard Arena entwickelte sich ab der ersten Minute eine intensive Partie. Bereits in der ausgeglichenen verlaufenen Startphase zeigte sich die enorme Ausgeglichenheit und physische Dominanz der Kroaten.

Ausfälle wogen (zu) schwer

Das mit diversen Weltstars gespickte Team verfügte über mehr Varianten als die Mannschaft von Michael Suter, der mit den verletzten Alen Milosevic und Samuel Röthlisberger auf zwei vor allem auch defensiv kapitale Spieler verzichten musste. «Wir haben alles versucht, aber diese Ausfälle wogen schwer und wir können dies schlicht nicht kompensieren», bilanzierte Suter nach dem Spiel. Dennoch ging die Schweiz nach 13 Minuten dank dem bereits vierten Tor von Andy Schmid erstmals in Führung (6:5) und lag auch vier Minuten später vorne (8:7). In der Folge riss aber bei den Schweizern kurzfristig etwas der Faden und die routinierten Kroaten zogen bis zur 19. Minute auf 10:8 davon. Bis zur Pause vergrösserten die Gäste um die Superstars Domagoj Duvnjak, Luka Stepancic, Marko Mamic oder Marin Sipic ihren Vorsprung gar auf 17:13.

In der zweiten Halbzeit ließen die Schweizer nichts unversucht, um den Anschluss wieder zu schaffen, konnten aber den Rückstand lediglich auf drei Treffer verringern. Wiederholt unterliefen der SHV-Auswahl genau in denjenigen Momenten, in welchen die Möglichkeit bestand, Kroatien wirklich näher zu rücken, ärgerliche Fehler oder es wurde zu überhastet der Abschluss gesucht. Zudem konnte die Schweiz (aus den bereits erwähnten Gründen) in der Defensive nicht ganz an die starken Leistungen in den letzten Partien anknüpfen.

«Bin stolz auf meine Spieler»

Kroatien seinerseits gelang eine starke Vorstellung und das Team von Trainerlegende Lino Cervar war an diesem Abend diskussionslos die bessere Mannschaft. «Kroatien schenkte uns gar nichts und spielte seine Klasse gnadenlos und konsequent aus. Ich bin trotz der Niederlage positiv und stolz auf meine Spieler. Wir waren lange Zeit nahe an einer der besten Mannschaften der Welt dran und haben 28 Tore erzielt. Das darf sich sehen lassen», so Michael Suter weiter. Zudem verwies er auf die starke Qualifikationsgruppe mit zwei WM-Teilnehmern. Auch Andy Schmid, der gegen Kroatien über die Hälfte der Schweizer Treffer persönlich erzielte, machte nach Spielschluss keineswegs einen genickten Eindruck. «Wir haben nun gewisse Limiten aufgezeigt bekommen, aber trotzdem bewiesen, dass wir gut unterwegs sind», so der fünffache wertvollste Spieler der Bundesliga.

In der Einzelkritik ragt Andy Schmid (15 Treffer aus 24 Versuchen) heraus. Derweil war die Bilanz von Lenny Rubin (5 Treffer aus 12 Versuchen) durchzogen und auch den Schweizer Torhütern Nikola Portner und Aurel Bringolf gelang weniger als auch schon.

EM-Chancen bleiben gut

Mit einem Punktgewinn am Sonntag (18 Uhr) auswärts in Novi Sad gegen Serbien kann sich die Schweiz nach wie vor aus eigener Kraft für die EM-Endrunde 2020 qualifizieren. Im Falle einer Niederlage in Serbien wäre die Schweizer EM-Qualifikation selbst bei einer Niederlage mit weniger als fünf Toren Unterschied gesichert. Und sogar als Drittplatzierter in der starken Qualifikationsgruppe mit zwei WM-Teilnehmern bestünde eine (gute) Möglichkeit, die Qualifikation auch noch zu schaffen, erreichen doch auch die vier besten Gruppendritten die EM.

Die Schweiz kann also die Reise nach Serbien zu Recht erhobenen Hauptes antreten und wird sich in der gewiss hitzigen Ambiance von Novi Sad keineswegs verstecken müssen.

Schweiz – Kroatien 28:33 (13:17)

Bossard Arena, Zug – 6'135 Zuschauer – Sr. Lopez/Ramirez (ESP).

Torfolge: 0:1, 4:5, 6:5, 8:7 (16.), 8:10, 10:11 (21.), 10:14 (25.), 13:17; 13:18, 15:20, 17:20, 19:22, 19:24, 21:24, 21:26, 24:28, 24:30, 26:30, 28:33.

Strafen: Je 4mal 2 Minuten.

Schweiz: Portner (6 Paraden)/Bringolf (2); Schmid (15/4), Meister, Rubin (5), Tynowski (1), Svajlen, Lier (3), Sidorowicz (1), Raemy (2), Küttel (1), Maros, Mühlemann, Novak.

Kroatien: Ivic (5 Paraden)/Asanin (ab 34./9); Duvnjak (7), Stepancic (8), Vida, Bozic Pavletic (1), Strlek (2/2), Musa, Mamic (6), Mandic (4), Sipic (5).

Bemerkungen: Schweiz ohne Röthlisberger, Milosevic, von Deschwanden, Delhees, Markovic, Vernier (alle verletzt), Tominec (überzählig), Gerbl und Zehnder (beide nicht eingesetzt).

Schweizer Handball Verband

Zum Seitenanfang