Im vorletzten Heimspiel der Saison hat der HBW Balingen-Weilstetten nichts anbrennen lassen und seine Tabellenführung souverän verteidigt.


In der ersten Halbzeit haben die Schwaben den ehemaligen EHF-Pokalgewinner regelrecht zerlegt. Mit 20:8 war das Spiel beim Pausenpfiff bereits so gut wie entschieden. Am Ende stand ein ungefährdeter und hochverdienter 32:25-Erfolg für die Gallier von der Alb. Die Balinger bleiben damit weiterhin mit einem Punkt auf Platz eins der Tabelle, gefolgt von der HSG Nordhorn-Lingen, die ebenfalls doppelt punkten konnte. Der HSC 2000 Coburg, als hartnäckigster Verfolger des Spitzenduos, verliert nach einem Unentschieden in Ferndorf etwas an Boden und liegt jetzt vier Zähler hinter dem HBW.

„In der ersten Halbzeit habt ihr uns gut übers Knie gehauen“, brachte es TUSEM-Trainer Jaron Siewert in der abschließenden Pressekonferenz ohne Schnörkel auf den Punkt und im Gegensatz zu seinem Kollegen, war HBW-Trainer Jens Bürkle von dem was seine Jungs ablieferten hellauf begeistert. „Ich muss wirklich sagen, die erste Halbzeit war fantastisch“, schwärmte der sonst mit solchen Äußerungen eher zurückhaltende Sportwissenschaftler und tatsächlich war es in den ersten dreißig Minuten ein Klassenunterschied zwischen dem Tabellenersten und dem Tabellensiebten.

Lediglich in den ersten Minuten waren die Gäste mit dem HBW auf Augenhöhe. Per Doppelschlag brachte Lukas Saueressig die Balinger mit 4:2 in Führung und TUSEM-Coach Siewert ahnte bereits zu diesem Zeitpunkt, was seiner Mannschaft blühen könnte und versuchte mit einer frühen Auszeit den Lauf des Tabellenführers zu stoppen. René Zobel interessierte das aber reichlich wenig. Er nagelte das Leder zum 5:3 in die Maschen des Essener Tores und nach einer Parade von Torhüter Tomáš Mrkva war es erneut der Linkshänder, der zum 6:3 nachlegte.

Zwischen der 11. und 15. Spielminute kam es für den TUSEM knüppeldicke. HBW-Torhüter Mrkva nagelte seine Kiste zu und vorne trafen Oddur Grétarsson, Gregor Thomann und erneut Linkshänder Zobel mit einem Doppelpack zum 10:5. Gäste-Trainer Siewert sah weiteren Redebedarf und nahm die nächste Auszeit. Den HBW-Express konnte er aber nicht mehr stoppen. Seine Ansprache hielt bis zum 12:7 durch Tom Skroblin. Danach fand der TUSEM einfach nicht mehr statt. Der torgefährlichste Angriff wurde von der Balinger Abwehr zur Bedeutungslosigkeit degradiert. Während Essen von der 20. Minute an bis zum Pausenpfiff nur noch ein Treffer gelang, zündeten die Balinger ein Feuerwerk und Matti Flohr macht es mit seinem Treffer zum 17:7 in der 27. Spielminute zum ersten Mal zweistellig. Sein Tor war gleichzeitig der 1000 Treffer der Saison.

Beim Stande von 20:8 zur Halbzeitpause wollte bei den Gallier von der Alb noch niemand davon reden, dass die Partie bereits entschieden sein könnte, aber jeder wusste, dass Essen ein kleines Handballwunder bräuchte, um noch etwas Zählbares mitzunehmen. Die ersten Minuten im zweiten Durchgang waren aus Sicht des HBW allerdings ernüchternd. „Wir hatten uns vorgenommen, in der zweiten Hälfte so weiter zu machen, wie im ersten Durchgang, sind aber nicht so richtig ins Spiel gekommen“, erklärte René Zobel den holprigen Start in die zweiten dreißig Minuten. Während die Balinger mit ihren Gedanken noch gar nicht richtig auf der Platte waren, nutzten die Gäste die Gelegenheit, um den Rückstand mit drei Treffern wieder in den einstelligen Bereich zu drücken. Der Treffer von Lukas Saueressig zum 21:11 (35.), war für die Gallier von der Alb aber so etwas wie ein „Hallo-wach-Treffer“. Die Abwehr fand wieder ins Spiel und vorne wurden die Chancen genutzt. Essen versuchte mit einer offensiven Abwehr noch etwas zu bewegen, aber der Vorsprung des HBW blieb beständig bei rund 10 Toren. Erst in der Schlussphase, als die Balinger viel wechselten und auch die Konzentration im Gefühl des sicheren Sieges etwas nachließ gelang es dem TUSEM noch etwas Ergebniskosmetik zu betreiben.

HBW Balingen-Weilstetten: Jonas Baumeister, Tomáš Mrkva 1 (TW); René Zobel 7, Marcel Niemeyer 3, Romas Kirveliavicius 1, Matthias Flohr 1, Jannik Hausmann 2, Gregor Thomann 3, Lars Friedrich 2, Tim Nothdurft 2, Benjamin Meschke 1, Oddur Gretarsson 3/2, Juan De La Peña 2, Jona Schoch, Diogo Oliveira, Lukas Saueressig 4.

TUSEM Essen: Sebastian Bliß, Julian Borchert 1 (TW); Noah Beyer 5/3, Jonas Ellwanger 2, David Cyrill Akakpo, Dennis Szczesny 1, Carsten Ridder 5, Justin Müller 3, Lucas Firnhaber 1, Malte Seidel, Felix Klingler, Tom Skroblien 4, Niklas Ingenpaß, Tim Zechel 3.

Strafwürfe
HBW 4/2, TUSEM 5/3;

Zeitstrafen
HBW 5, TUSEM 7;

Nächstes Spiel
TV Emsdetten – HBW Balingen-Weilstetten, Freitag, 24. Mai, 19.30 Uhr, Ems-Halle in Emsdetten.

HBW Balingen-Weilstetten   TUSEM Essen

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