Die A-Jugend des TuS Helmlingen spielt in der neuen Saison in der Bundesliga. Trainer Thomas Schuppan und Jugendkoordinatorin Larissa Ludwig erzählen, wie die Vorbereitung läuft und wie groß die Vorfreude ist.

"Die Jungs sind heiß, der Verein steht hinter ihnen und auch das ganze Dorf ist dem Hype Bundesliga verfallen“, sagt Thomas Schuppan, der mit Detlef Ludwig das Trainergespann der Helmlinger A-Jugend bildet. Nächste Saison tritt die Mannschaft in der höchsten Liga Deutschlands in ihrer Altersklasse an, der A-Jugend-Bundesliga, und misst sich mit namhaften Gegnern wie den Rhein-Neckar Löwen Mannheim, Göppingen und Balingen-Weilstetten. Die Vorbereitung dafür hat bereits Anfang Juni begonnen. „Ab dem Zeitpunkt, als es die Corona-Verordnung zuließ, ging es mit dem Training dreimal in der Woche los“, erklärt Schuppan
Anfangs sei es mehr darum gegangen, dass sich die Jungs regelmäßig sehen und wieder Hallenluft schnuppern, mittlerweile liegt der Schwerpunkt auf der körperlichen Fitness verbunden mit Handball-Elementen. „Ab August schrauben wir die Intensität nach oben und trainieren viermal in der Woche.“

„Ganz andere Welt“

Das hat auch einen Grund, denn Schuppan weiß, was in der Bundesliga auf die Helmlinger Spieler, die teilweise zuletzt in der B-Jugend auch in der Baden-Württemberg Oberliga spielten, zukommt: „Das ist eine ganz andere Welt. Denn wir werden auf Gegner treffen, die zum Teil bereits in Seniorenmannschaften ihres Vereins in der dritten Liga zum festen Kader gehören.“ Der Körperbau der meisten Spieler sei häufig schon ausgeprägter und die Spielweise abgezockter. „Doch wir sehen das nicht großspurig, sondern eher als Chance. Es kann sein, dass wir hin und wieder eine Klatsche einfahren. Doch die gewonnene Erfahrung wird jeden Spieler in seiner Stärke weiterbringen.“ Das spürt Schuppan bereits im Training: „Die Jungs sind Feuer und Flamme. Die Bereitschaft ist eine ganz andere als im Vorjahr. Manche erkennt man fast nicht mehr wieder.“ 

Höchste Liga weckt Interesse

Und der Hype Bundesliga geht nicht nur durch das Dorf und durch die eigenen Reihen. Auch auswärtige Spieler wurden auf den TuS Helmlingen aufmerksam. „Die Bundesliga hat Interesse geweckt. Es kamen schon Spieler zum Probetraining, die auf diesem Weg dann auch zugesagt haben“, sagt Larissa Ludwig, Jugendkoordinatorin des TuS Helmlingen. Den Kern der Bundesliga-Mannschaft bilden die ehemaligen Spieler der B-Jugend-Mannschaft, die in der Saison 2018/2019 auch um die Deutsche Meisterschaft spielten. „Neben diesen erfahreneren Führungsspielern ist ein großer Teil aus dem jüngeren Jahrgang“, erklärt Schuppan.

Die A-Jugend aus Helmlingen kam über ein Auswahlverfahren zu ihrem Los in die Bundesliga. Der erweiterte Jugendausschuss des Südbadischen Handballverbands hat durch Anwendung einer Punktewertung der erspielten Plätze der vergangenen drei Jahre und das Einbeziehen der Kaderspieler eine Reihenfolge errechnet. Schutterwald hat es nach dieser Berechnung nicht in die Jugendbundesliga geschafft und deshalb rechtliche Wege eingeleitet, die derzeit noch laufen. 

Schutterwalds Einspruch

Schuppen sagt dazu nur so viel: „Ich habe da meine eigene Meinung dazu. Die Stellungnahmen unserer Seite, von SHV und von Schutterwald sind abgegeben. Wie aus den Medien zu entnehmen ist, haben auch die Verbände Baden, Württemberg und Bayern die Entscheidung über ein Ranking getroffen“. Larissa Ludwig ergänzt: „Grundsätzlich kann ich es sehr gut verstehen, dass man eine Qualifikation lieber auf direktem sportlichen Weg mit Qualispielen austragen möchte. Wenn sich aber in diesem besonderen Jahr Menschen dafür entscheiden, dass dies aufgrund der Corona-Pandemie nicht zu verantworten ist, und deshalb ein Punktesystem heranziehen, dann sollte man das Ergebnis – auch wenn es schwer fällt – akzeptieren.“

Für den TuS Helmlingen ist trotz Einspruchs jedoch bereits klar: Sie sind heiß auf die Bundesliga und können es kaum erwarten, dass dieses sportliche Abenteuer wohl am 10./11. Oktober endlich losgeht.

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