Es sind nur noch vier Spieltage in der Handball-Bundesliga, bis die letzten Entscheidungen gefallen sind. Vier Spieltage in weniger als zwei Wochen und das in einer Zeit, in der Spieler, Trainer und sonstige Verantwortliche normalerweise längst im Urlaub sind. Das wird für alle nochmals richtig intensiv, und für den HBW Balingen-Weilstetten geht die Saison-Crunch-Time mit dem Heimspiel am Mittwoch (19 Uhr) gegen die HSG Wetzlar los. Spielbeginn in der Balinger SparkassenArena ist am Mittwoch, 16. Juni, um 19 Uhr.

Würden die Gallier nicht so dicht am Abgrund Richtung zweite Liga stehen, könnte man sich über das, was sie vor allem seit der Winterpause geleistet haben, richtig freuen. Mit 25 Punkten haben Jona Schoch und Co das bisher zweitbestes Saisonergebnis aus der Saison 2012/13 bereits eingestellt. Dabei ist aber allen bewusst, dass das mit ziemlicher Sicherheit zum Klassenerhalt nicht reichen wird. Wie viele Punkte es am 27. Juni sein müssen, um erstklassig zu bleiben, kann derzeit niemand seriös prognostizieren. Es bringt auch nichts, wenn man das Restprogramm der noch gefährdeten Mannschaften miteinander vergleicht. Dafür ist die gesamte Liga zu ausgeglichen, und jeder Spieltag hatte bisher seine Überraschungen parat. Die wird es auch weiterhin geben – vielleicht sogar noch mehr als bisher.

Die Gallier sind also gut beraten, wenn sie sich weiterhin nur auf sich selbst konzentrieren. „Was die anderen machen, können wir ohnehin nicht beeinflussen“, wiederholt HBW-Coach Jens Bürkle immer und immer wieder, wie wichtig, dass es ist, den Focus zu behalten. Den haben seine Jungs auch im letzten Auswärtsspiel in Coburg behalten. Klar, war die Enttäuschung nach dem Unentschieden gegen den Tabellenletzten groß und fühlte sich wie eine Niederlage an. Auch der Balinger Coach war hin- und hergerissen, weil seine Mannschaft kurz vor Spielende geführt hat und dann doch nur mit einer Punkteteilung in die Kabine ging. „Ich glaube aber trotzdem, dass es ein gewonnener Punkt ist, weil sich die Jungs trotz allem wieder ins Spiel zurückgebissen haben“, machte er seiner Mannschaft ein großes Kompliment.

Diese Kämpfer Mentalität werden Schoch und Co am Mittwochabend gegen die HSG Wetzlar unbedingt brauchen. Die Hessen sind nämlich auf Wiedergutmachungstour. Als haushoher Favorit haben sie zuletzt für die Überraschung des Spieltags gesorgt und zu Hause gegen den TUSEM Essen, der neben dem HSC Coburg und der HSG Nordhorn-Lingen bereits als Absteiger feststeht, mit 26:30 verloren. „Ich mache der Mannschaft überhaupt keinen Vorwurf. Wir hätten noch zwei Stunden spielen können und hätten nicht gewonnen. Solche Spiele gibt es, aber ich erwarte, dass jeder für sich die Konsequenzen zieht“, erklärte HSG-Trainer Kai Wandschneider in der Pressekonferenz nach der Heimniederlage, dass er gegen den HBW einen ganz anderen Auftritt erwartet als gegen Essen. Wer den Wetzlarer Trainer kennt, der kann sich also in etwa ausmalen, was auf den HBW zukommt und wenn die HSG an das anknüpft, was sie in überwiegenden Teilen der Saison bisher gezeigt hat, wird es für die Gallier unheimlich schwer, etwas Zählbares zu holen.

Ganz allein werden Schoch und Co im vorletzten Heimspiel nicht sein. Nach schier endlosen Monaten vor leeren Rängen dürfen gegen die HSG Wetzlar erstmals wieder 250 Zuschauer in die „Hölle Süd“. „Was die ausmachen können, haben wir bereits in Coburg erlebt und ich hoffe, dass die HBW-Fans, die in der Halle sein werden, da noch eins draufsetzen können“, glaubt HBW-Geschäftsführer Wolfgang Strobel, dass lautstarke Unterstützung von den Rängen der Mannschaft einen zusätzlichen Push geben kann.

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