„Wir haben ein paar Ideen, mit denen wir den BHC ärgern können, aber wir müssen einen guten Tag erwischen, wenn wir um die Punkte mitspielen möchten“, war sich HBW-Trainer Jens Bürkle im Vorfeld der Partie darüber im Klaren, dass bei seiner Mannschaft alles passen muss. Sein Wunsch ging allerdings nicht in Erfüllung und das wurde sehr schnell deutlich. Es dauerte nur fünf Minuten, bis die Hausherren das Spiel unter Kontrolle hatten. Die „Fackel“ von Balingens Kapitän Jona Schoch zur 2:1-Führung für die Gallier, war nach nur vier Minuten der Weckruf für den BHC. Über den 2:2-Ausgleich zogen die blauen Löwen davon, und nach dem 6:2 in der achten Spielminute hatte Jens Bürkle zum ersten Mal Redebedarf. Der HBW-Coach bemängelte in der Auszeit die Fehler seiner Jungs im Angriff. „Drei Mal spielen wir denen den Ball einfach in die Hände und deshalb liegen wir hier zurück“, versuchte er seine Jungs wachzurütteln, allerdings vergeblich!

Kaum waren die Gallier mit anderer Aufstellung und taktischen Vorgaben wieder auf der Platte, landete das nächste Abspiel in den Händen der BHC-Abwehr. Die war auf das Balinger Angriffsspiel ausgezeichnet eingestellt. Die gallischen Scharfschützen aus dem Rückraum wurden offensiv und aggressiv angegangen und die Passwege immer wieder zugestellt. Spätestens nach dem 10:3 nach nur 17 Minuten stand zu befürchten, dass es ein ganz bitterer Sonntag für die Schwaben werden könnte. Trainer Jens Bürkle probierte alles und hatte zu diesem Zeitpunkt bis auf Linksaußen Oddur Grétarsson, der in Wuppertal auf sich alleine gestellt war, weil sich Youngster Tim Nothdurft eine Verletzung zugezogen hatte und Torhüter Mario Ruminsky, sein komplettes Personal gewechselt.

Mit James Scott im linken Rückraum, Björn Zintel auf der Spielmacherposition, Kristian Bećiri am Kreis und Renè Zobel im rechten Rückraum bissen sich die Gallier zurück ins Spiel und zur Pause lagen sie nur noch mit 14:11 zurück. Auch zu Beginn der zweiten Halbzeit waren die Gallier präsenter auf der Platte, mussten aber zunächst eine doppelte Unterzahl überstehen. Wieder vollzählig verkürzte Grétarsson auf 16:13 und drei Minuten später hatte der Isländer die große Chance per Strafwurf den BHC-Vorsprung auf zwei Tore zu verkürzen. Der Isländer traf allerdings nur den Pfosten und im Gegenzug erhöhten die Rheinländer auf 18:14. Eine klare Fehlentscheidung der beiden Unparteiischen – sie pfiffen ein Stürmerfoul das keines war – nutzten die Hausherren zum 19:14. Der Fünf-Tore-Rückstand war eine erste Vorentscheidung im Spiel, denn jetzt war deutlich zu sehen, dass die Köpfe der Balinger Spieler nach unten gingen.

Das bemängelte auch Trainer Jens Bürkle in seiner Auszeit nach dem 22:16. Nach taktischen Umstellungen verlangte er von seinen Jungs, dass sie mutiger sein und der BHC-Abwehr neue Aufgaben stellen sollen. „Wir sind gerade etwas devot. Wir haben noch 15 Minuten“, wollte er, dass sie die Köpfe wieder hochnehmen und die Niederlage nicht vorzeitig akzeptieren.

Nur drei Minuten später ging Bürkle dann sogar „all in“. In seiner dritten und letzten Auszeit stellte er in der Abwehr auf 5/1 um, obwohl er das mit der Mannschaft noch nie trainiert hatte und er kündigte auch an, dass er eventuell auch noch den siebten Feldspieler bringen würde. Nach den beiden Torhütern Mario Ruminsky und Vladimir Božić stellte Bürkle für die Schlussphase Mike Jensen zwischen die Pfosten, den er auf Grund eines grippalen Infektes, der den Dänen die komplette Woche außer Gefecht gesetzt hatte, bis dahin geschont hatte. Der konnte sich zwar gleich gut einführen, aber vorne blieb das Spiel der Gallier weiterhin fehlerbehaftet. Der BHC hatte auch bei offener Manndeckung keine Probleme mehr, den verdienten Sieg ruhig und sicher über die Zeit zu bringen.

Bergischer HC: Christopher Rudeck, Joonas Klama (TW); Max Darj 6, Arnor Thor Gunnarsson 1/1, Yannick Fraatz 2, Tomas Babak 3, Csaba Szücs 1, Sebastian Damm, Fabian Gutbrod 2, Linus Arnesson 2, Tom Bergner 1, Tom Kare Nikolaisen 1, Jeffrey Boomhouwer 1, Renars Uscins, Lukas Stutzke 5, David Schmidt 5;

HBW Balingen-Weilstetten: Mario Ruminsky, Mike Jensen, Vladimir Božić (TW); René Zobel 4, Vladan Lipovina 1, Romas Kirveliavičius, Gregor Thomann 1, Fabian Wiederstein 1, Oddur Grétarsson 5/3, Jona Schoch 3, Björn Zintel, James Scott 7, Lukas Saueressig, Moritz Strosack;

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